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Globale Erwärmung und die Sache mit dem Hering

Globale Erwärmung: Folgen für Anger und das Angeln an Nord- und Ostsee auf Hering Dorsch-Guide.de

Heringe spielen im Ökosystem der Nord- und Ostsee eine ganz besondere Rolle

Sie treten in großen Schwärmen auf, ziehen weite Strecken umher zu ihren Laichgebieten und stehen auf dem Speiseplan von Menschen, wie auch Vögel, Säugetiere und anderen Fischen ganz weit oben. Für die Fischerei ist er der sog. „Brotfisch“ – was so viel bedeutet wie, dass die Betriebe vom häufig und gut fangen und eben vom Verkauf des Fangs (über-)leben können.

Nicht unproblematisch sind die aktuellen Entwicklungen der Bestände. Es gibt weniger Nachwuchs, was ausnahmsweise nicht mit der Überfischung durch die kommerzielle Fischerei zu tun hat. Die Klimaerwärmung sorgt dafür, dass die Wassertemperaturen in der Ostsee steigen. Schon 1-2 Grad mehr können fatale Folgen haben. Denn die Vermehrung in den Laichgebieten der Ostsee funktioniert nur dann, wenn die geschlüpften Heringslarven auch ausreichend Nahrung vorfinden. Im speziellen handelt es sich dabei um eine Kleinkrebslarve. Wenn diese Larven nicht rechtzeitig schlüpfen, verhungern die Heringslarven.

Heringsangeln in Stralsund im April 2017_© by dorsch-guide.de
Heringsangeln in Stralsund im April 2017 – Wie lange gibt es solche Bilder noch?© by dorsch-guide.de

 

Larvenkiller: Die Erwärmung des Meeres ändert alles

Wenn die Wassertemperaturen stärker als gewöhnlich schwanken, treten fatale Folge auf. Beispielsweise kann es zur Entwicklung des sog. “Steinrogens“ kommen: bei weiblichen Heringen können „verspätete“ kalte Wassertemperaturen (wie z.B. im Februar 2018) dazu führen, dass die bereits begonnene Produktion von Eiern negativ beeinflusst wird. Die Geschlechtsorgane verhärten dann, es können keine Eier mehr abgelegt werden.
 

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Eine Hoffnung: Die Fischarten passen sich an

In der Not liegt aber auch eine gewisse Chance: Heringsbestände werden in „Schulklassen“ unterteilt. Es gibt sie in verschiedenen Teilen der Ost- und Nordsee. Nicht alle Klassen des Clupea harengus laichen im Frühjahr. Es gibt auch welche, die sich im Sommer, Herbst oder Winter fortpflanzen. So könnte es also sein, dass einige der bisher im Frühjahr laichenden Heringe “die Klasse wechseln” und es in Zukunft mehr Laichhering im Sommer, Herbst oder Winter gibt. Oder an anderen Küstengegenden, die ähnlich gute Voraussetzungen (Wassertemperatur, Schutz und Nahrung für den Nachwuchs) bieten, wie der Greifswalder Bodden. Der Erwärmung könnte also eine Anspassung folgen.

Was der Klimawandel für Angler bedeutet, kann nur schwer abgeschätzt werden
Was der Klimawandel für die Fische, ergo Angler bedeutet, kann nur schwer abgeschätzt werden

 

Folgen der globalen Erwärmung: Damit müssen wir rechnen

Mit Sicherheit wird eine Klimaerwärmung die Fische dazu bringen, auf veränderte Bedingungen zu reagieren. Was genau passieren wird, darüber lässt sich nur spekulieren. In jedem Falle bleibt zu hoffen, dass es uns nicht so wie den Spaniern und den Portugiesen ergeht. Sardinen gab es dort immer in unzähligen Schwärmen. Nun hat die globale Erderwärmung dafür gesorgt, dass es sie dort fast gar nicht mehr gibt; dafür aber vor Norwegen und Grönland umso öfters.

Ein weiterer Punkt ist sicherlich nicht unerheblich: Sollten die Heringsbestände gerade in der Ostsee abnehmen (im schlimmsten Falle ganz verschwinden), werden die Bestände an Dorsch, Lachs, Hornhecht, Makrele etc. (Stichwort: Futterfisch) ebenso zurück gehen. Auch Möwen, Wale, Robben und Delfine müssen sich nach Alternativen umschauen. Oder den Heringen hinterher schwimmen… Andere (Irrgästen) werden wir in der Fauna und Flora der Ostsee hoffentlich nur ausnahmsweise begrüßen können.
 

Verwendete Quellen:

Expertise: Die Heringe in der Klimafalle (Thünen-Institut für Ostseefischerei, Abruf vom 12.11.2018)


Reproduktionsbiologie des Herings (Thünen-Institut für Ostseefischerei, Abruf vom 12.11.2018)


Dem ersten Fisch wird es in der Ostsee zu warm (welt.de, Artikel vom 12.11.2018)


Irrgast (aus: wikipedia.org, Abruf vom 12.11.2018)


Fauna und Flora der Ostsee (aus: wikipedia.org, Abruf vom 12.11.2018)


Beitragsbild: pixabay.com

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